Gurglerstraße 93, 6456 Obergurgl, A Architektur: Peter Thurner (1989)Bauherr:in: Liftgesellschaft Obergurgl GmbHÖffentlich zugänglich: während der Betriebszeiten
Vom Ortseingang von Obergurgl aus – die Lage der Talstation wurde von den Architekten mitbestimmt – führt eine der ersten Seilbahnen der neuen Generation hinauf zur Festkogelalm. Die Spannung zwischen Technik und Natur architektonisch thematisierend entwickelten Peter Thurner und Antonius Lanzinger für die Bergstation eine dynamische, autonome Skulptur aus massivem Sichtbetonsockel und aufgesetztem Dach aus Glas und Blech.
Römerstraße 1, 6141 Schönberg, A Architektur: Werner Thönig, Johann Obermoser (1988-1989)Bauherr:in: Gemeinde SchönbergÖffentlich zugänglich: teilweise (Gasthof Domanig)Der Name geht zurück auf den Postmeister Elias Domanig, ein zur Zeit des Tiroler Freiheitskampfes lebender Vertrauensmann Andreas Hofers.
Der im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammende, über Jahrhunderte als Posthof geführte Domanighof wurde Ende der 1980er Jahre adaptiert und beherbergt das Gemeindeamt, die Volksschule, die örtliche Feuerwehr, eine Bücherei sowie ein Gasthaus. Die Altsubstanz wurde renoviert, das Dach neu konstruiert und nach Osten verlängert, wobei sich die neuen Teile gestalterisch klar vom Altbau abheben.
Herrenanger 4, 6534 Serfaus, A Architektur: Reinhardt Honold, Wolfgang Pöschl (1988)Bauherr:in: Familie TschuggmallDas Hotel wurde umgebaut und Ende 2009 neueröffnet.
Das Hallenbad des Hotel Maximilian war zu seiner Entstehungszeit eines der raren Beispiele alpiner Tourismusarchitektur abseits üblicher Klischees. In "kontrollierter Kollision" mit dem Bestandsbau setzten die Architekten ein radikales Statement, ein gläsernes Zelt mit einer komplex verspannten Dachkonstruktion, das sich als künstliche Form für einen künstlichen Ort versteht. Seinen Namen, ein alter Dialektbegriff für Unordnung, erhielt der aufsehenerregende Schwimmbadbau von den Dorfbewohnern.
Rinner Straße 14, 6071 Aldrans, A Architektur: Josef Lackner (1988)Bauherr:in: Bartenbach GmbHÖffentlich zugänglich: auf AnfrageErreichbarkeit: an der Straße von Aldrans nach RinnDaneben errichtete Volker Giencke die Lichtakademie Bartenbach (2003)
Für das innovative Lichtplanungsunternehmen setzte Lackner einen Baukörper in den Landschaftsraum, der aus dem Zusammenspiel von Funktion und Gelände entwickelt ist. Auf den Niveauunterschied zwischen Straße und Grundstück reagierte er mit einem in der Hangstufe liegenden Labor- und Messtrakt und einem auf mittlerer Höhe erschlossenen zylindrischen Kopfbau. Vom Eingang führt jeweils eine "Bürospirale" mit höhenversetzten, maximal belichteten Arbeitsplätzen zwei Geschosse nach oben bzw. nach unten.
Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck, A Architektur: Reinhardt Honold, Rainer Köberl, Raimund Rainer, Gerhard Manzl (1986)Bauherr:in: Norbert PleiferÖffentlich zugänglich: Mo bis Sa 10-1 Uhr, So 16-1 Uhr (Café/Gastronomiebetrieb)TIPP: Konzerte, Theater, Kabarett, tlw. bei freiem Eintritt
Das Mitte der 1980er Jahre in die historische Stadtstruktur gesetzte Kulturzentrum, ein dunkles Oktogon aus Leccahohlblocksteinen, signalisierte Widerstand und Eigensinn des jungen und streitlustigen Veranstalters. Inzwischen ist das - 2001 von Reinhardt Honold erweiterte - Bauwerk ebenso wie die dort veranstaltete Kultur zu einem fixen Bestandteil der Stadt geworden.
Milser Straße 4a-d, 6060 Hall in Tirol, A Architektur: Hanno Schlögl, Andreas Egger (1983-1986)Bauherr:in: Stadtgemeinde Hall in TirolErreichbarkeit: vom Stadtzentrum Hall aus Richtung Bezirkskrankenhaus, Buslinie S"Haus im Seidnergarten" (2000-03), Architektur: Hanno Schlögl
"Haus im Magdalenengarten" (2002-06), Architektur: Schlögl & Süß Architekten
Das 1979-86 errichtete "Haus im Stiftsgarten" gilt als Pionierleistung in Tirol, was die verantwortungs- und qualitätvolle Unterbringung alter Menschen betrifft. In zentraler Lage wurde ein "Stadtfragment" mit Häuserzeilen entlang einer begrünten Gasse konzipiert. Mit dem um einen nach Süden geöffneten Grünraum errichteten "Haus im Seidnergarten" und dem Atriumhaus "Haus im Magdalenengarten" entstand ein Ensemble aus drei separat betriebenen Häusern, deren Eigenständigkeit in den unterschiedlichen Typologien, Material- und Fassadensprachen zum Ausdruck kommt.
Liftweg 1, 6364 Brixen im Thale, A Architektur: Heinz & Mathoi & Streli (1986)Bauherr:in: Bergbahn Brixen im Thale AGÖffentlich zugänglich: während der BetriebszeitenTIPP: Filzalmsee (5 min. von Bergstation), Panoramarundweg und zahlreiche Attraktionen für Groß und Klein zum Thema Natur und Wasser.
Die Stationen der Seilbahn Hochbrixen markierten in den 1980er Jahren nach Jahrzehnten des gestalterischen Stillstandes eine Wende im Tiroler Seilbahnbau. Einem konstruktiven Lösungsansatz verpflichtet, interpretierten die Architekten die Stationen als architektonisch verfeinerte Zweckbauten, ohne auf die damals wie heute noch üblichen, regionalistischen Versatzstücke und Klischees zurückzugreifen.
Ing.-Etzel-Straße, 6020 Innsbruck, A Architektur: Wolfgang Pöschl, Reinhardt Honold (1985)Bauherr:in: Hans ZifreindÖffentlich zugänglich: jaTIPP: In den Bögen Nr. 18-20 befindet sich die p.m.k., als Plattform von über 30 Kulturvereinen eine der wichtigen Kultureinrichtungen in Innsbruck.
In etwa parallel zur Sill verläuft die Bahntrasse der ÖBB auf dem Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Eisenbahnviadukt. Von den großteils ausgebauten Viaduktbögen wird ein guter Teil von Lokalen besiedelt, die zusammen die Innsbrucker Ausgehmeile "Bögen" bilden. Am Anfang dieser Entwicklung stand das – inzwischen veränderte – Jazzlokal "Bogen 13", mit dem Reinhardt Honold und Wolfgang Pöschl 1985 den "Dekonstruktivismus" in Tirol einführten, lange bevor dieser als "Stil" propagiert wurde. In einem scheinbaren Chaos von Materialien und Formen sind dem Ort entsprechende Elemente wie Gitterträger, Profile, Baustahlgitter und Wellblechtafeln eingesetzt, alles roh, sichtbar geschraubt und spielerisch in Szene gesetzt.
Fürstenweg 86, 6020 Innsbruck, A Architektur: Josef Lackner (1980)Bauherr:in: Konvent der UrsulinenDas angrenzende Kloster und Internat der Ursulinen stammt ebenfalls von Josef Lackner (1971-79)
Die in den 1970er Jahren errichtete Ursulinenschule ist in ihrer räumlichen und konstruktiven Haltung eine in Österreich einmalige Konzeption im Schulbau. Das Gymnasium ist vertikal geschichtet, die jeweils zweiseitig belichteten Klassenräume liegen im Obergeschoss, der Sport- und Freizeitbereich als offener Großraum im Erd- und Untergeschoss. Das konstruktive Konzept von geschosshohen Stahlfachträgern mit Diagonalverstrebungen prägt die äußere Erscheinung genauso wie die inneren Raumfolgen, die sich durch Großzügigkeit und vielfältige optische Bezüge auszeichnen.